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Retention und Regenrückhaltung – Kanalnetze entlasten und Regenwasser sinnvoll speichern
Die Begriffe Retention und Regenrückhaltung gewinnen im modernen Regenwassermanagement zunehmend an Bedeutung. Durch die fortschreitende Bebauung von Flächen und häufiger auftretende Starkregenereignisse stehen Städte und Gemeinden vor der Herausforderung, große Niederschlagsmengen kontrolliert abzuleiten. Eine wichtige Lösung besteht darin, Regenwasser zeitweise zurückzuhalten und nur verzögert an die Kanalisation abzugeben. Genau dieses Prinzip wird als Regenrückhaltung oder Retention bezeichnet. Bei einer Regenrückhaltung wird anfallendes Niederschlagswasser zunächst in einer Zisterne oder einem anderen Rückhaltevolumen gespeichert. Das Wasser gelangt dadurch nicht sofort in das öffentliche Kanalnetz, sondern wird zeitlich verzögert abgegeben. Auf diese Weise können Kanalisationen, Regenwasserleitungen und Kläranlagen entlastet werden. Besonders bei Starkregen wird verhindert, dass innerhalb kurzer Zeit große Wassermengen in die Kanalisation gelangen und diese überlasten.
Beispiel einer Retentionszisterne mit 100% Retentionsvolumen:
Was bedeutet Retention bzw. Regenrückhaltung?
Unter Retention versteht man das gezielte Auffangen und Zwischenspeichern von Niederschlagswasser, um die Belastung der öffentlichen Kanalisation zu reduzieren. Das Regenwasser wird dabei zunächst in einer Zisterne gespeichert und anschließend kontrolliert oder zeitverzögert abgegeben. Das Ziel besteht darin, die Abflussmengen bei starken Niederschlägen zu reduzieren und die Entwässerungssysteme vor Überlastungen zu schützen. Gleichzeitig kann ein Teil des gesammelten Regenwassers für die Gartenbewässerung oder andere Zwecke genutzt werden.
Warum wird Regenrückhaltung immer wichtiger?
In Deutschland nimmt der Anteil versiegelter Flächen kontinuierlich zu. Dächer, Einfahrten, Terrassen, Parkplätze und Straßen verhindern, dass Regenwasser auf natürliche Weise im Boden versickern kann. Während Niederschläge früher teilweise direkt ins Erdreich gelangten, fließen sie heute häufig unmittelbar in die Kanalisation ab. Dadurch steigt die Belastung der öffentlichen Entwässerungssysteme erheblich. Gleichzeitig treten Starkregenereignisse immer häufiger auf. Große Niederschlagsmengen innerhalb kurzer Zeit können dazu führen, dass Kanalnetze an ihre Kapazitätsgrenzen gelangen. Überschwemmungen und Rückstauereignisse sind mögliche Folgen. Aus diesem Grund verlangen viele Städte und Gemeinden inzwischen Maßnahmen zur Regenrückhaltung. Insbesondere bei Neubauten wird häufig der Nachweis gefordert, dass ein Teil des Niederschlagswassers auf dem eigenen Grundstück zurückgehalten wird.
Wie funktioniert eine Regenrückhaltung mit einer Zisterne?
Das Grundprinzip ist einfach: Das von Dachflächen gesammelte Regenwasser wird zunächst in einer unterirdischen Zisterne gespeichert. Statt direkt in die Kanalisation zu fließen, verbleibt das Wasser zunächst im Tank und sorgt so für eine Entlastung der öffentlichen Infrastruktur. Je nach Anforderungen der Kommune kommen unterschiedliche Systeme zum Einsatz. In vielen Fällen genügt bereits eine herkömmliche Regenwasserzisterne als zusätzliches Puffervolumen. Das Wasser sammelt sich im Behälter und wird erst dann in den Kanal abgegeben, wenn der maximale Wasserstand erreicht ist. Die Zisterne fungiert dadurch als Zwischenspeicher und reduziert die Wassermengen, die bei Starkregen unmittelbar in die Kanalisation gelangen.
Normale Zisterne als Rückhaltevolumen
Bei vielen Bauvorhaben akzeptieren Gemeinden bereits eine klassische Zisterne als ausreichende Maßnahme zur Regenrückhaltung. In diesem Fall wird das Niederschlagswasser zunächst vollständig gespeichert. Erst wenn die Zisterne gefüllt ist, gelangt überschüssiges Wasser über den Überlauf in die Kanalisation.
Diese Variante bietet mehrere Vorteile:
- Geringere Anschaffungskosten
- Kein zusätzlicher Einbau einer Ablaufdrossel erforderlich
- Das gesamte Speichervolumen kann für die Regenwassernutzung verwendet werden
- Effiziente Nutzung des gesammelten Regenwassers im Garten
Für viele private Bauherren stellt diese Lösung die wirtschaftlichste Form der Regenrückhaltung dar.
Retentionszisterne mit Ablaufdrossel
Wenn eine Kommune konkrete Vorgaben zur maximal zulässigen Einleitmenge macht, kommt häufig eine Retentionszisterne zum Einsatz. Diese spezielle Form der Regenwasserzisterne verfügt über eine integrierte Ablaufdrossel. Die Drossel sorgt dafür, dass das gespeicherte Regenwasser kontinuierlich und mit einer fest definierten Wassermenge an die Kanalisation abgegeben wird. Während sich die Zisterne bei einem Regenereignis füllt, erfolgt die Ableitung bereits kontrolliert im Hintergrund. Dadurch entstehen deutlich geringere Belastungsspitzen für das Kanalnetz. Die zulässige Ablaufmenge wird in der Regel von der zuständigen Gemeinde oder dem Entwässerungsbetrieb vorgegeben. Je nach Ausführung bleibt ein Teil des Speichervolumens weiterhin für die Nutzung des Regenwassers verfügbar, während ein anderer Bereich dauerhaft als Rückhaltevolumen reserviert wird.
Vorteile einer Regenrückhaltung
Die Installation einer Zisterne zur Regenrückhaltung bietet zahlreiche Vorteile für Grundstückseigentümer und Kommunen:
- Entlastung der öffentlichen Kanalisation
- Reduzierung von Überlastungen bei Starkregen
- Unterstützung eines nachhaltigen Regenwassermanagements
- Möglichkeit zur Nutzung von kostenfreiem Regenwasser
- Erfüllung kommunaler Bauauflagen
- Beitrag zum Hochwasser- und Überflutungsschutz
Regenrückhaltung als Bauauflage
Immer mehr Kommunen integrieren Vorgaben zur Regenrückhaltung in ihre Bebauungspläne. Bauherren erhalten dabei die Auflage, bestimmte Niederschlagsmengen auf dem eigenen Grundstück zurückzuhalten und nur gedrosselt abzuleiten. Welche Anforderungen erfüllt werden müssen, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. Manche Gemeinden verlangen lediglich ein zusätzliches Puffervolumen, andere schreiben eine definierte Ablaufmenge vor. Daher empfiehlt es sich, die Anforderungen frühzeitig mit der zuständigen Behörde abzustimmen.
Die passende Lösung für Ihr Grundstück
Ob klassische Regenwasserzisterne oder spezielle Retentionszisterne – die optimale Lösung hängt von den örtlichen Vorgaben, der angeschlossenen Dachfläche und dem gewünschten Nutzungsumfang ab. Moderne Kunststoffzisternen und Betonzisternen bieten ausreichend Speichervolumen, um Regenwasser effizient zurückzuhalten und gleichzeitig sinnvoll zu nutzen. Durch die Kombination aus Regenwasserspeicherung und kontrollierter Ableitung leisten Retentionssysteme einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz, zur Entlastung der Kanalisation und zu einem nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser.
